Deutschland ruft Zug auf NATO-Mission wegen sexueller Übergriffe und Rassismus-Vorwürfe zurück

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BERLIN – Das deutsche Verteidigungsministerium hat am Donnerstag einen Panzerzug von einer NATO-Mission in Litauen nach Hause geschickt, nachdem mehrere seiner Mitglieder unter Verdacht geraten waren, einen Kameraden sexuell missbraucht und sich an rassistischen und antisemitischen Belästigungen beteiligt zu haben von Leiden, die die Streitkräfte des Landes plagen.

Der 30-köpfige Zug wird nach seiner Rückkehr nach Deutschland aufgelöst und alle Soldaten, die wegen Verbrechen oder Fehlverhaltens für schuldig befunden werden, werden hart bestraft, sagte die deutsche Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Die Mitglieder des Zuges gehörten zu den rund 600 deutschen Soldaten, die in Litauen dienten, einem der drei baltischen Länder, in denen die NATO zusammen mit Polen Truppen als Reaktion auf die russische Annexion der Krim und die Einfälle in die Ukraine stationiert hat.

Der Vorfall in Litauen ist die jüngste Demütigung für Deutschlands Bundeswehr, die seit Jahren um Identifizierung und Aussortierung ringt Rechtsextreme in ihren Reihen, auch wenn Kommandeure trotz fehlender Ausrüstung und Rekruten darum kämpfen, das Image einer flinken, modernen Streitmacht aufrechtzuerhalten. Im vergangenen Jahr musste Deutschland eine Elite-Spezialeinheit auflösen nachdem festgestellt wurde, dass sie von Rechtsextremen infiltriert worden war.

Die jüngste Episode ist mehr als peinlich, sie riskiert, das Vertrauen in die Fähigkeit der Bundeswehr zu untergraben, die 1.300 Mann starke Kampfgruppe in Litauen zu führen, die Truppen aus Belgien, Tschechien, den Niederlanden, Norwegen, Island und Luxemburg umfasst.

„Das Fehlverhalten mancher Soldaten in Litauen ist ein Schlag ins Gesicht für all jene in der Armee, die tagein, tagaus für die Sicherheit unseres Landes dienen“, sagte Kramp-Karrenbauer weiter Twitter. “Diese Entgleisung schadet dem Ansehen Deutschlands und seiner Armee und wird mit der härtesten Strafe geahndet.”

Das Verteidigungsministerium teilte mit, Frau Kramp-Karrenbauer habe sich an ihren litauischen Amtskollegen gewandt, um den Vorfall zu besprechen, nannte jedoch keine weiteren Details der Diskussion unter Berufung auf laufende Ermittlungen.

Die NATO lehnte eine offizielle Stellungnahme zum deutschen Zugabzug ab. Die Sprecherin der Allianz, Oana Lungescu, sagte, Disziplinarfragen seien Sache des betroffenen Landes.

Eine erste Untersuchung des Fehlverhaltens ergab auch, dass 569 Schuss Munition für Handfeuerwaffen anscheinend fehlten, Cmdr. Das teilte Christina Routsi, eine Sprecherin der Bundeswehr, am Mittwoch mit. Die Militärbehörden hätten erst vergangene Woche von den Vorfällen erfahren, der Chef des Einsatzkommandos der Bundeswehr habe ein Ermittlerteam entsandt, um die Angelegenheit zu untersuchen, sagte sie.

„Es bestehen Anfangsverdachtsverletzungen von soldatischen Pflichten, wie der Kameradschaftspflicht, der Pflicht zum treuen Dienst oder der Gehorsamspflicht“, sagte Kommandant Routsi. “Aber noch schlimmer ist, dass es auch um Straftaten geht, wie sexuelle Übergriffe, Beleidigungen, möglicherweise mit rassistischer oder antisemitischer Konnotation, sowie extremistisches Verhalten.”

Dazu gehörte auch das Singen eines Liedes zu Adolf Hitlers Geburtstag am 20. April, unter Verstoß gegen die Anordnung eines Feldwebels, berichtete das deutsche Magazin Der Spiegel am Montag. Der Sergeant habe den Vorfall daraufhin nicht gemeldet, hieß es.

Die NATO-Truppen sind multinationale Kampfgruppen in Bataillonsgröße mit Rüstungen, die rotieren, um den Anschein zu erwecken, dass sie nicht dauerhaft sind. Die Absicht besteht darin, die Abschreckung zu verstärken, zu versuchen, Russland daran zu hindern, in die vier Länder einzudringen, in denen die Truppen stationiert sind, und ihren Bürgern zu versichern, dass die NATO wie in Artikel 5 ihres Gründungsvertrags versprochen zu ihrer Verteidigung kommt.

Moskau hat wiederholt versucht, das westliche Bündnis durch eine aktive Desinformationskampagne. Kurz nach dem Eintreffen der deutschen Truppen kursierten im Internet Berichte, dass einer von ihnen ein 15-jähriges litauisches Mädchen vergewaltigt habe. Die Nato untersuchte die Berichte, stellte fest, dass sie falsch waren, und machte Russland für ihre Verbreitung verantwortlich.

Steven Erlanger Berichterstattung aus Brüssel beigetragen.



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