“Gedicht, das am Ozean endet” von Jim Moore

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1
Ich wollte schon immer ein Gedicht schreiben, das endet
am Meer. Wie das Gedicht dahin kommt
macht nicht viel aus, nur so endlich
es kommt an. Die Seekuh wird da sein
wir haben vor all den Jahren gesehen,
fast regungslos unter Wasser
wie ein Anhänger, der an einer unsichtbaren Kehle schwankt,
die, die meine Mutter trug
zu den besonderen Anlässen. Mein Gott
ist immer noch da, der, zu dem ich als Junge gebetet habe:
er hat nie geantwortet, aber das hat mich nicht gehalten
von ihm zu rufen.

2
Ich schalte die Benachrichtigungs-App endgültig aus.
Ich muss nicht mehr genau wissen, wie viele weg sind.
Immerhin am Leben festhalten
ist das, was wir immer am besten gemacht haben.
Wir versuchen immer noch uns zu verstecken
von der Wahrheit der Dinge und wer
kann uns die Schuld geben.
Listen machen keinen Sinn mehr,
es sei denn, Toilettenpapier und Erdnussbutter leiten sie.
Patienten im letzten Stadium werden nicht informiert
wie voll die Fähre sein wird
das wird sie über den Fluss bringen.

3
Wir sind verbotene Cafés, Kirchen, sogar Friedhöfe.
Das Fischen selbst ist jedoch weiterhin gestattet. So lange
da behalten wir gar nichts. Solange wir gehen
zu Hause, in der Dunkelheit, mit leeren Händen,
tief durchatmen, zurückgeworfen
Was war nie unser zu behalten.

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