Meinung | Das geheime Leben eines Coronavirus

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“Eine ansteckende lebende Flüssigkeit”

Seit Tausenden von Jahren kannten die Menschen Viren nur durch die von ihnen verursachten Krankheiten. Ärzte gaben diesen Krankheiten Namen wie Pocken, Tollwut und Influenza. Als Antonie van Leeuwenhoek Ende des 17. Jahrhunderts mit seinem Mikroskop Wassertropfen betrachtete, entdeckte er Bakterien und andere winzige Wunder, konnte aber die noch winzigeren Viren nicht sehen. Als Wissenschaftler zwei Jahrhunderte später endlich Viren entdeckten, versteckten sie sich immer noch vor den Augen.

Die Entdeckung kam Ende des 19. Jahrhunderts, als Wissenschaftler über eine seltsame Krankheit namens Tabakmosaikkrankheit rätselten. Es verkümmerte Pflanzen und bedeckte ihre Blätter mit Flecken, aber Wissenschaftler konnten die Ursache für keine Art von Bakterium oder Pilz bestimmen. Doch als sie einer gesunden Pflanze Saft aus einem infizierten Blatt injizierten, wurde sie ebenfalls krank. Wenn Wissenschaftler den Saft durch einen Porzellanfilter leiten, können sie eine klare Flüssigkeit produzieren, die frei von Zellen ist. Aber es verbreitete immer noch Krankheit. Ein niederländischer Wissenschaftler, Martinus Beijerinck, nannte es “eine ansteckende lebende Flüssigkeit”.

Beijerinck führte weitere Experimente durch und war überzeugt, dass die Flüssigkeit eine Art Ansteckung enthielt, die jedoch anders war als alles, was bisher gefunden wurde. Er lieh sich ein lateinisches Wort für „Gift“, um der Ansteckung einen Namen zu geben: Virus.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen andere Wissenschaftler, Viren zu finden, die Menschen und nicht Pflanzen infizierten. Sie fanden Viren, die jede Form des untersuchten Zelllebens infizierten. Es gibt sogar Viren, die nur Bakterien infizieren, sogenannte Phagen. Jahrzehntelang blieben die Viren in ansteckenden lebenden Flüssigkeiten unsichtbar. In den 1930er Jahren erfanden Physiker und Ingenieure Elektronenmikroskope, die stark genug waren, um die virale Welt in den Fokus zu rücken.

Tabakmosaikviren tauchten 1941 auf und sahen aus wie ein Haufen Pfeifen. Phagen hockten auf Bakterien und ähnelten Mondlandemodulen. Andere Viren hatten die Form sich windender Schlangen. Einige sahen aus wie mikroskopisch kleine Fußbälle. SARS-CoV-2 gehört zu den Coronaviren, die Juni Almeida 1967 nach ihrem Halo aus Spike-Proteinen benannt. Sie erinnerten sie an a Sonnenfinsternis, während dessen die Sonnenkorona der Gasströme sichtbar wird.

Als Wissenschaftler wie Almeida anfingen, Viren in ihren Elektronenmikroskopen zu sehen, zerlegten Biochemiker sie in ihre Teile. Es war nicht nur ihre Größe, die sie vom Leben abhebt, wie wir es kannten. Sie spielten nicht nach den gleichen Regeln wie das zellulare Leben. Viren bestehen wie wir größtenteils aus Proteinen. Und doch tragen sie nicht die Fabriken zum Aufbau von Proteinen. Sie haben nicht die Enzyme, die erforderlich sind, um Lebensmittel in Kraftstoff umzuwandeln oder Abfall abzubauen.

Die bizarre Natur von Viren wurde gerade sichtbar, als Wissenschaftler ihre Definition des Lebens in der neuen Sprache der Biochemie umschrieben. Viren überspannten ihre Definitionen. Sie vermehrten sich, aber nicht durch Essen, Wachsen oder sogar Vermehrung. Sie drangen einfach in Zellen ein und zwangen sie, die ganze Arbeit zur Herstellung neuer Viren zu erledigen.

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